Speed-Dating mit lokalen Politikern

Um insgesamt 60-70 jugendlichen (Erst-)Wählern der Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck bei der Entscheidungsfindung für die Bundestagswahl am 24. September 2017 zu helfen, wurden diese am 14. September im Ludwig-Thoma-Haus in Dachau mit den lokalen DirektkandidatInnen zusammen gebracht. Jedoch griffen die Veranstalter vom Kreisjugendring Dachau, des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Sportjugend, der Pfadfinder (DPSG) des Landkreises Dachau bei der Kennenlern-Veranstaltung zu einer ungewöhnlichen Methode: Speed-Dating.

Es wurden insgesamt sieben Tischgruppen gebildet an denen sich die Jugendlichen jeweils drei Fragen für die Kandidaten überlegten. Nach einer Kurzvorstellung vor dem gesamten Publikum wanderten die PolitikerInnen anschließend alle zehn Minuten von einer Station zur nächsten, um sich in kurzer Zeit den Fragen der potentiellen WählerInnen zu stellen. Außerdem bot jede Partei im angrenzenden Raum einen Info-Stand, an dem Platz für tiefergehende Gespräche sowie Partei-Unterlagen und -Flyer geboten wurde.

Konkret waren die folgenden VertreterInnen vor Ort, um neue Wähler zu gewinnen: Michael Schrodi (SPD), Dr. Hans Reichart als Vertretung für Frau Staffler (CSU), Beate Walter-Rosenheimer (Grüne), Florian Jäger (AfD), Roger Rösch (Piraten), Jürgen Loos (ÖDP) und Renate Schiefer (Linke). Während einigen KandidatInnen die Nervosität deutlich anzusehen war, machte sich bei anderen die Erfahrung bemerkbar. Auch kritische Fragen, wie die nach der Flüchtlingsobergrenze oder der Legalisierung von Cannabis, wurden souverän beantwortet.

Im Nachgang der Speed-Dating-Runde verkündeten die Sprecher der einzelnen Tische, wessen Antworten den Jugendlichen am besten gefallen hatten. Besonders gut schnitten hier die KandidatInnen der SPD, Linken sowie der Piraten ab. Auch die Grünen und die CSU konnten mit ihrem Programm in manchen Punkten überzeugen, während die AfD sowie die ÖDP gänzlich ohne Punkt aus der Bewertungsrunde hervorgingen.

Die Veranstaltung, die mit Unterstützung des BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ stattfand, wurde sowohl von den Politikern/-innen, als auch den jugendlichen Teilnehmer/-innen als voller Erfolg wahrgenommen. Es konnten interessante Erkenntnisse gewonnen werden und auch der unmittelbare Kontakt zwischen Kandidaten/-innen und Jungwähler/-innen wurde von beiden Seiten als sehr positiv hervorgehoben.